Ausgaben für Reha sinken


 

Trotz des demografischen Wandels sinken die Ausgaben für Reha

Trotz des demografischen Wandels und der steigenden Zahl an Pflegebedürftigen geben die Krankenkassen weniger Geld für Vorsorge und Rehabilitation aus. Das geht aus der vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) veröffentlichten Statistik für das Jahr 2010 hervor.

Seit 2007 besteht für die Krankenkassen eine gesetzliche Verpflichtung, die Zahl von Reha-Anträgen und deren Bewilligung zu veröffentlichen. Im Mai nun haben die Kassen zum zweiten Mal diesen Bericht vorlegt. Aus ihm geht hervor, dass im Berichtsjahr 2010 weniger Anträge auf Reha-Leistungen bei den Krankenkassen beantragt und bewilligt wurden als ein Jahr zuvor. Der Rückgang betrug bei den Anträgen etwa 4 Prozent und bei den Bewilligungen etwa 2 Prozent.

Dieser Rückgang überrascht vor dem Hintergrund einer alternden Gesellschaft. Wie lässt sich diese Entwicklung mit dem demografischen Wandel überein bringen?

Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Privatkliniken (BVPK), Thomas Bublitz, sieht nach Angaben des Ärzteblatts (Heft 26 / 29. Juni 2012) den Kostendruck der GKV als einen Grund für die rückläufigen Zahlen. Das größere Problem ist für ihn allerdings die Schnittstelle von Kranken- und Pflegeversicherung. Denn während die GKV die Reha zahle, spare die Pflegekasse Geld, wenn Pflege vermieden werden könne. Diese Schieflage müsse eigentlich politisch diskutiert und ausgeglichen werden. „Aber offensichtlich will man da im Moment politisch eher nicht ran“, so Bublitz.

Niedrig war 2010 auch die Genehmigungsrate bei den Leistungen für Mütter und Väter, häufig „Mutter-Kind-Kuren“ genannt. Jeder dritte Antrag wurde abgelehnt. Im Februar dieses Jahres verabschiedete der GKV-Spitzenverband dann Änderungen der Begutachtungsrichtlinie [vgl. Artikel auf rehaexperte.de]. Die Zunahme von etwa 20 Prozent bei den Mutter/Vater-Kind-Maßnahmen im ersten Quartal 2012 beurteilt Bublitz trotzdem skeptisch: Es bliebe abzuwarten, ob dieser gute Wille auch in Zeiten anhalte, in denen die Kassen nicht mehr derart hohe Überschüsse verzeichneten wie momentan.

Die Statistik des BMG, die sogenannte KG 5, finden Sie hier: KG_5_2012_Vorsorge-_und_Rehamassnahmen