Natur und heilen: Wie die Natur bei Schmerzen, Depression und Ängsten helfen kann


 

Ob am Meer, an Kurgärten, Wald- oder Wiesenlandschaften: All unsere Kliniken für einen stationären Rehaaufenthalt liegen im Grünen.

 

Die meisten von uns wissen, wie wohltuend ein Ausflug ins Grüne sein kann. Wir genießen die Ruhe in abgelegenen Berglandschaften, die frische Meeresbrise am Strand oder ausgiebige Wanderungen durch Wälder und Wiesen. Intuitiv scheinen wir zu wissen, wie gut die Natur für unser seelisches und körperliches Wohlbefinden ist. Dass zwischen Natur und Gesundheit ein Zusammenhang besteht, haben mittlerweile auch zahlreiche Studien bestätigt. So spielt die Umgebung eine wichtige Rolle im Genesungsprozess bei vielen verschiedenen Krankheiten und Beschwerden wie z. B. Depressionen, Angststörungen oder chronischen Schmerzen. Für Rehabilitanden kann es deshalb von Vorteil sein, ihr alltägliches Umfeld für die Zeit ihrer Rehabehandlung zu verlassen und von der gesundheitsfördernden Wirkung der Natur zu profitieren.

Der Blick ins Grüne verbessert den Blutdruck

Wie regenerierend allein der Blick in die Natur wirkt, konnte der Forscher und Umweltpsychologe Dr. Roger Ulrich zeigen: Schon fünf Minuten, in denen ein Krankenhauspatient aus seinem Zimmer ins Freie blickt, verbessern Blutdruck, Herzschlag und Gehirnaktivität. Auch Zimmerpflanzen können hier einiges bewirken. So fanden z. B. Forscher der Kansas State University, USA, heraus, dass Patienten schneller genesen, weniger Schmerzen, Ängste und Stress verspüren, wenn sie Pflanzen auf ihrem Zimmer haben. Deutliche Effekte hat die natürliche Umgebung bei psychosomatisch belasteten, insbesondere depressiven Patienten. In ihrer Studie „Therapeutic Gardening in Clinical Depression“ erkannte die norwegische Forscherin Marianne Gonzales die positive Wirkung der Gartentherapie auf die Gesundheit depressiver Patienten. Die Therapie reduzierte Symptome wie Ängste oder innere Spannungen schon nach kurzer Zeit und steigerte die Aufmerksamkeitsspanne der Patienten. Chronische Schmerzpatienten, die an einer vierwöchigen Gartentherapie teilnahmen, berichteten über eine Verbesserung ihrer Beschwerden und es fiel ihnen leichter, mit den Schmerzen umzugehen.

Die Natur stärkt das Immunsystem

Warum aber ist der Aufenthalt im Freien für unsere Gesundheit und unseren Genesungsprozess so wichtig? Die Frage, wie die seelische und körperliche Gesundheit mit der Natur zusammenhängt, stellte sich kürzlich auch die Forscherin Ming Kuo. Um den Zusammenhang genauer charakterisieren zu können, untersuchte sie zahlreiche Studien zum Thema. Dabei fand sie heraus, dass der Aufenthalt in der Natur eine zentrale Wirkung auf das Immunsystem hat. Laut Ming Kuo kurbeln z. B. bestimmte in der Natur vorkommende Moleküle die Produktion des Glückshormons Serotonin an und reduzieren dadurch unser Stresslevel. Das Tageslicht regt zudem die Vitamin-D-Produktion an, was uns wiederum weniger anfällig für verschiedene Erkrankungen wie z. B. einen Herzinfarkt werden lässt.

Kriterium für die Wahl der Rehaeinrichtung

Für Patienten, die sich in einem Genesungsprozess befinden, sind dies wichtige Erkenntnisse. Sie können sich die gesundheitsfördernde Wirkung der Natur für Körper und Seele zunutze machen und so ihren Heilungsprozess beschleunigen. Rehabilitanden sollten dies bei der Wahl ihrer Rehabilitationseinrichtung bedenken. Eventuell ist vor diesem Hintergrund ein stationärer Aufenthalt effektiver als eine ambulante Reha. Die meisten Rehakliniken befinden sich inmitten großer Grün- und Parkflächen, oft in ruhigen Kurorten. Achten Sie bei der Wahl Ihrer Rehaklinik auf die Lage. Auch die Frage, ob Sie einen schönen Ausblick haben oder vielleicht sogar einen Balkon kann für Ihren Genesungsprozess wichtig werden.

Quellen:

http://psychcentral.com/blog/archives/2015/10/08/why-nature-is-so-good-for-your-mental-health/

http://depts.washington.edu/hhwb/Thm_Healing.html