Rehabilitation bei Depression: ein Patient erzählt


 

 

 

 

 

 

Carl-Uwe_Bluhm

Gleich zweimal entschied sich Carl-Uwe Bluhm für eine Reha in der Dr. Becker Klinik Juliana. Hier hat er gelernt, mit seiner Depression umzugehen und offen über seine Gefühle zu sprechen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rund 4 Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer Depression. Darunter auch Carl-Uwe Bluhm. Gleich zweimal entscheidet er sich für eine Rehabilitation in der Dr. Becker Klinik Juliana. Hier hat er gelernt, mit seiner Krankheit umzugehen.

Carl-Uwe Bluhm ist ein solider, beständiger Mensch, der die Struktur in seinem Leben schätzt: 27 Jahre lang ist er als Vertreter im Außenhandel eines großen Tiefkühlunternehmens tätig. Bis zu dem Punkt, an dem er den zunehmenden Leistungsdruck in seinem Beruf nicht mehr erträgt.

„Die Zielvorgaben in unserem Unternehmen wurden immer strikter. Es gab Tage, da habe ich bis zu 60 Kunden am Tag bedient“, erinnert sich der 62-jährige Essener. Zuhause kann Carl-Uwe Bluhm nicht mehr richtig abschalten. Seine Gedanken kreisen nur noch um die Arbeit. „Ich konnte überhaupt nicht mehr frei denken.“ Als er seinem Hausarzt das Problem schildert, erkennt dieser eine Depression und stellt einen Antrag auf Rehabilitation. Im Mai 2012 tritt Carl-Uwe Bluhm seine erste Reha in der Dr. Becker Klinik Juliana an. Fünf Wochen lang lernt er neue Entspannungsverfahren, Sport- und Kreativtherapien kennen, die ihm helfen, Stress abzubauen. Vor allem die psychotherapeutischen Gespräche tun ihm gut. „Es war eine neue Erfahrung für mich, meine Probleme in den therapeutischen Gesprächen offen anzusprechen“, erzählt er. Nach seinem Rehaaufenthalt geht es Carl-Uwe-Bluhm wesentlich besser. Er fühlt sich ausgeglichener und kann wieder Freude am Leben empfinden. Seine frühere Arbeit kann er im direkten Anschluss wieder aufnehmen.

Rückfall nach drei Jahren

Drei Jahre lang arbeitet der gelernte Techniker wieder wie gewohnt im Außenhandel. Doch dann beginnen die Stimmungstiefs erneut. Erst versucht der 62-Jährige, sich selbst zu therapieren – mit Spaziergängen und Musik. Aber nach einiger Zeit funktioniert auch das nicht mehr. „Ich war wie gefangen in meinem negativen Gedankenstrudel“, erinnert er sich. „Weil der Aufenthalt in der Klinik Juliana mir damals sehr geholfen hat, habe ich beschlossen, dort erneut eine Reha zu machen“. Gesagt, getan: Im Dezember 2015 fährt Bluhm wieder nach Wuppertal.

„Ich habe gelernt, mich nicht für meine Gefühle zu verurteilen“

„Diese Entscheidung fiel mir wesentlich leichter. Vor meiner ersten Reha wusste ich ja noch gar nicht, was mich erwartet. Beim zweiten Mal  kannte ich die Therapeuten bereits und hatte sie sowohl fachlich als auch menschlich schätzen gelernt“, erzählt Bluhm. Ausschlaggebend für die Klinikwahl war für den 62-Jährigen außerdem die Umgebung: „Die Klinik liegt mitten im Grünen. Für mich als Hobby-Spaziergänger ist das natürlich ideal“. Auch dieses Mal sind es wieder vor allem die gruppen- und einzeltherapeutischen Gespräche, die Carl-Uwe Bluhm helfen, das viele Grübeln und seine Selbstzweifel zu reduzieren. „Ich habe gelernt, mich nicht für meine Gefühle zu verurteilen. Das ist eine große Erleichterung für mich. In den Kreativtherapien konnte ich gut abschalten – beim Werken habe ich mich auf das Hier und Jetzt konzentriert, anstatt mich störenden Grübeleien hinzugeben“, erzählt er.

Nach fünf Wochen, am 05. Januar 2016, tritt Carl-Uwe-Bluhm gestärkt und zufrieden die Heimreise an. „Aus meiner Zeit in der Klinik Juliana habe ich viel mitgenommen. Vor allem aber hatte ich das Gefühl, aufgefangen zu werden, wenn das Leben aus den Bahnen gerät. Das hat mir Kraft gegeben“, resümiert Bluhm.

Zusatzinformation: Rückfälle nach der Rehabilitation

Auch wenn die erste Rehabilitation wie bei Herrn Bluhm erfolgreich verläuft, ist ein Rückfall in die Depression nicht auszuschließen. Gerade wenn die erste Rehamaßnahme sehr positiv verläuft und es den Patienten danach wesentlich besser geht, besteht die Gefahr, dass sie sich selbst überschätzen. Sie fühlen sich so gut, dass sie sich zu viel zumuten und die Strategien, die sie während ihrer Reha erlernt haben, nicht umsetzen. „Bei uns lernen die Patienten, die der Stress krankgemacht hat, die Stressoren in ihrem Leben zu reduzieren, mehr auf ihre eigenen Bedürfnisse zu achten und sich besser abzugrenzen“, erklärt Iman Farhat, Chefärztin der Dr. Becker Klinik Juliana in Wuppertal. Patienten, die dies ignorierten, erlitten eher einen Rückfall als andere. Ein weiterer Klinikaufenthalt wird notwendig. „Viele Betroffene können nach der zweiten Behandlung ihre Situation besser einschätzen: Auch wenn es ihnen jetzt wieder sehr gut geht, wissen sie, dass sie sich nicht zu viel zumuten dürfen und setzen die gelernten Strategien sorgsamer um“, so Farhat. Um einen Rückfall zu vermeiden, empfiehlt sie Patienten nach der Rehabilitation von verschiedenen Angeboten Gebrauch zu machen, z. B. dem IRENA-Nachsorgeprogramm der Dr. Becker Klinik Juliana. Auch Selbsthilfegruppen oder ambulante Therapien können zum dauerhaften Erhalt der Gesundheit hilfreich sein.

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