„Ich hielt eine Rehabilitation zunächst nicht für nötig.“ – Günter Wewel über seine kardiologische Reha


 

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Günter Wewel erholte sich in der Dr. Becker Klinik Möhnesee.

Günter Wewel hat viele Gesichter. Mehr als 80 verschiedene Opernrollen hat der gebürtige Arnsberger in seinem Leben bereits gespielt. Unzählige Male stand der Kammersänger mit dem tiefen Bass in ganz Europa auf der Bühne. Und nicht nur das: Mit „Kein schöner Land“ moderierte er eine der erfolgreichsten musikalischen Unterhaltungssendungen im deutschen Fernsehen. 18 Jahre lang hieß er hier namhafte Persönlichkeiten wie Udo Jürgens, Heinz Rühmann und Katja Ebstein willkommen und entführte Millionen ARD-Zuschauer regelmäßig an die schönsten Orte der Welt.

Auch heute ist Günter Wewel aus dem öffentlichen Leben nicht wegzudenken. Regelmäßig nimmt der 82-Jährige als Gast in diversen Fernsehshows noch immer vor der Kamera Platz – bis er im Juli 2017 einen Schwächeanfall in Folge einer akuten Durchblutungsstörung des Herzens erleidet. Ans Aufhören denkt er jedoch nicht.

Wewel wurde schwindelig, die Beine gaben nach

Das Ereignis geschah im Wohnhaus von Günter Wewel. „Meine Lebensgefährtin Ursula und ich saßen im Wohnzimmer und haben ‚Immer wieder sonntags‘ geschaut. Danach war ich müde und wollte mich für einen Mittagsschlaf hinlegen. Auf dem Weg nach oben bin ich gestolpert, mir wurde mir schwindelig und ich konnte mich nicht mehr auf den Beinen halten“, erzählt Wewel. „Ich musste ins Bett kriechen.“ Als Ursula nach Wewel sieht, ist dieser noch immer kraftlos, kann nicht aufstehen. „Ursula rief den Notarzt und ich wurde umgehend in die Kardiologie des Klinikums in Arnsberg-Hüsten eingeliefert“, so Wewel. „Ich hatte nur noch einen Puls von 35 und wurde sofort kardiochirurgisch behandelt. Vier Arterien waren nicht mehr komplett durchlässig, teilweise sogar verstopft. Also setzte man mir erfolgreich Stents ein.“

Schwerwiegende Probleme mit dem Herzen habe der Kammersänger in der Vergangenheit nie gehabt, sagt er. „Ich habe in meiner 60-jährigen Karriere hunderte Male auf der Bühne gestanden, bin für das Fernsehen und privat durch die ganze Welt gereist und es ist nie etwas passiert.“

„Ich hielt eine Rehabilitation zunächst nicht für nötig“

Die kardiologische Rehabilitation in der Dr. Becker Klinik Möhnesee trat Günter Wewel nicht aus eigenem Antrieb an. „Ich wollte eigentlich keine Reha machen. Ich war immer gesund, habe mich nie lange in Krankenhäusern aufhalten müssen und hielt eine Rehabilitation zunächst nicht für nötig – mir ging es ja auch schon wieder besser und ursprünglich hatten wir einen Urlaub geplant. Außerdem wusste ich ehrlich gesagt gar nicht, was genau eine Reha ist und was dort gemacht wird“, erzählt Wewel.

Erst auf Anraten seiner Ärzte entschied er sich für die kardiologische Rehabilitation. „Sie sagten, eine Reha sei empfehlenswert und auch lebensverlängernd – ein gutes Argument. Also ließ ich mich darauf ein. In diesem Rahmen haben mir die Ärzte direkt die Dr. Becker Klinik Möhnesee empfohlen“, so Wewel. „Ich kannte die Klinik bereits, denn wir leben in der Nähe und in der Vergangenheit habe ich hier einmal einen Bekannten besucht, der eine Reha gemacht hat.“ Also bezog er, kurze Zeit nach seinem Aufenthalt im Arnsberger Krankenhaus und gemeinsam mit Lebensgefährtin Ursula, ein Doppelzimmer in der Klinik. „Mit 82 Jahren fährt man nicht alleine in die Reha“, scherzt Wewel.

Nur ein Drittel der Herzpatienten nimmt eine kardiologische Rehabilitation wahr

Das Verhalten, eine Reha nicht aus eigener Überzeugung heraus antreten zu wollen, ist Dr. Rainer Schubmann, Chefarzt der Kardiologie und Psychokardiologie der Dr. Becker Klinik Möhnesee, bekannt. „Tatsächlich nimmt nur ein Drittel der Menschen, die eine kardiologische Rehabilitation machen könnten, diese auch in Anspruch. Besonders Männer stehen einer Reha häufig skeptisch gegenüber. Sie wissen nicht genau, was sie dort erwartet und lehnen die Maßnahme schon aus Prinzip ab, frei nach dem Motto: Ein Kerl wie ich hat das doch nicht nötig“, schmunzelt er.

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Dr. Rainer Schubmann weiß um die Wichtigkeit einer kardiologischen Rehabilitation.

„Bei Menschen, die nach einem Herzereignis eine kardiologische Rehabilitation machen, kommt es im weiteren Verlauf zu weniger Komplikationen wie Herzrhythmusstörungen oder einer Herzschwäche. Außerdem steigt die Lebenserwartung teilweise deutlich. Das liegt daran, dass die Reha auf einen gesundheitsbewussten und gesundheitsfördernden Lebensstil schult und die Therapie der Herz-Kreislauf-Risikofaktoren verbessert“, so Schubmann.

„Eine Rehabilitation ist etwas sehr Vernünftiges.“

Seit Günter Wewel seine kardiologische Rehabilitation in der Dr. Becker Klinik Möhnesee angetreten hat, weiß auch er diese zu schätzen. „Eine Rehabilitation ist etwas sehr Vernünftiges und ich würde sie jetzt jedem empfehlen. Ich fühle mich viel besser und wohler als vorher“, sagt er. Auch der Tagesablauf sagt dem Kammersänger zu: „Mein Therapieplan variiert von Tag zu Tag und ist so gefüllt, dass neben Vorträgen, Sporteinheiten und anderem trotzdem Zeit für Spaziergänge am schönen Möhnesee bleibt.“

Für die Zukunft hat Wewel genaue Pläne: „Ich nehme viel aus meinem Aufenthalt in der Klinik mit. Ich werde darauf achten, mich bewusster zu ernähren, mich mehr zu bewegen und Stress zu vermeiden. Schongang ist mir immer fremd gewesen. Aber momentan sage ich alle Anfragen für Auftritte ab.“ Gänzlich will der 82-Jährige darauf in Zukunft allerdings nicht verzichten. „Ich habe immer meinen Traumberuf ausgeübt; ganz aufhören kann ich einfach nicht“, sagt er. „Aber eine bessere Balance zwischen Arbeit und Entspannung finden, das geht!“