Mit Fingerspitzengefühl zu mehr Gesundheit


 

iStock_000017689406SmallAkupressur ist eine Therapieform der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Die Methode eignet sich sehr gut zur Eigenbehandlung und kann helfen, kleine alltägliche Beschwerden zu lindern. Wir zeigen Ihnen zehn verschiedene Akupressurpunkte und erläutern, gegen welche Leiden sie stimuliert werden können. Die fachliche Begleitung zu diesem Beitrag kommt von Frau Dr. Angelika Steveling, Aufnahmeärztin in der Dr. Becker Burg-Klinik und ausgebildete Expertin für Traditionelle Chinesische Medizin.

Grundsätzlich gilt für alle Anwendungen:

  • Nehmen Sie eine bequeme Körperhaltung ein und entspannen Sie sich!
  • Legen Sie die Fingerkuppe von Daumen, Zeige- oder Mittelfinger fest auf den Punkt auf.
  • Massieren Sie den Punkt mit kleinen kreisenden Bewegungen oder üben Sie an einer Stelle konstanten Druck aus.
  • Massieren Sie jeden Punkt etwa 30 Sekunden mit mittelstarkem Druck. Sie sollten den Punkt dabei deutlich spüren aber es sollten keine Schmerzen entstehen.
  • Behandeln Sie den Punkt drei- bis viermal täglich. Bei akuten Beschwerden kann die Häufigkeit gesteigert werden (bis ca. 20x) wenn es Ihnen gut tut. Bei länger bestehenden Problemen sollten Sie einen Arzt aufsuchen.
  • Folgen Sie Ihrem Gefühl!

 

1. Akupressurpunkt „Konzeptionsgefäß 17“

Er befindet sich in der Mitte des Brustbeins auf Höhe der Brustwarzen: Dieser Punkt reguliert Stimme, Atmung und Körperenergie. Insofern eignet sich die Stimulation mit mittelstarkem Druck für 30 Sekunden besonders bei Husten und Hustenreiz, schwacher Stimme und Heiserkeit, Atembeschwerden und Müdigkeit.

Konzeptionsgefäß 17

Konzeptionsgefäß 17

 

2. Akupressurpunkt „Herz 7“

Der Punkt befindet sich in der fingernahen Beugefalte des Handgelenks an der Sehne im Handgelenk die in Verlängerung des kleinen Fingers liegt. Er wirkt – wie der Name schon sagt – beruhigend auf das Herz. Die Stimulation des Punktes eignet sich deshalb besonders bei Herzklopfen, Angst- und Panikgefühlen, Redehemmung, Prüfungsangst, Schlafstörungen und Konzentrationsstörungen bei innerer Unruhe. Haben Sie Probleme beim Reden in Gruppen oder vor anderen Menschen? Versuchen Sie es direkt davor mit der Akupressur von „Herz 7“.

Herz 7

Herz 7

 

3. Akupressurpunkt „Magen 36“

Dieser Punkt wird oft auch „Punkt der Göttlichen Gleichmut“ genannt, was auf seine psychische Wirkung hinweist. Er befindet sich vier Finger breit unterhalb der Kniescheibe und eine Daumenbreite neben der Schienbeinkante in Richtung nach außen. Die Stimulation des Punktes reguliert den Magen und die Körpermitte. Insofern wirkt die Akupressurbehandlung bei Appetitmangel und Magenbeschwerden wie Sodbrennen, Völlegefühl oder Übelkeit. Er kann bei Müdigkeit und rascher Erschöpfbarkeit sowie Reizbarkeit und Melancholie verwendet werden.

Magen 36

Magen 36

 

4. Akupressurpunkt „Leber 3“

Der Punkt befindet sich auf dem mittleren Fußrücken zwischen dem 1. und 2. Mittelfußknochen genau im Bereich der Annäherungsstelle dieser beiden Knochen zum Körper hin. Seine Stimulation reguliert die Spannung im gesamten Körper. Entsprechend vielfältig sind die Anwendungsmöglichkeiten:

  • Emotionen: innere Anspannung, Reizbarkeit, Launenhaftigkeit
  • Kopf: Spannungskopfschmerz, Migräne, Schwindel, Tinnitus
  • Gefäße: Bluthochdruck, Migräne
  • Hals: Globusgefühl („Kloß im Hals“)
  • Brustkorb: Beklemmungsgefühl
  • Bauch: Reizdarm, Reizmagen mit Sodbrennen
  • Unterleib: Regelbeschwerden, Zyklusstörungen, Stressinkontinenz
  • Muskulatur: Muskelschmerzen
Leber 3

Leber 3

 

5. Akupressurpunkt „Perikard 6“

Er liegt auf der Innenseite des Unterarms, drei Finger breit vom Handgelenk entfernt, in der Beugefalte zwischen den beiden mittleren Sehnen des Unterarmes. Die Stimulation des Punktes wirkt regulierend auf den Brustkorb, sowohl bei psychischen als auch körperlichen Beschwerden. Zu den psychischen Indikationen gehören Beklemmungsgefühle im Brustkorb bei Angststörungen, und Zwängen z. B. im Rahmen von beruflichen und/oder privaten Stresssituationen, bei Belastungsreaktionen und Anpassungsstörungen. Als besonders wirksam erweist sich die Stimulierung bei Übelkeit und Erbrechen, aber auch bei Herzklopfen oder dem Karpaltunnelsyndrom (Erkrankung des Handnervs).

Perikard 6

Perikard 6

 

6. Akupressurpunkt „Gallenblase 20“

Der Punkt befindet sich am Hinterkopf in der Vertiefung zwischen Schädel und Halswirbelsäule etwa in der Mitte zwischen Ohr und Wirbelsäule. Regulierende Funktion hat er auf Funktionsstörungen des Kopfes. So eignet sich die Anwendung besonders bei Schwindel, Tinnitus, Kopfschmerzen wie Spannungskopfschmerz und Migräne sowie bei Nackenverspannungen.

Gallenblase 20

Gallenblase 20

 

7. Akupressurpunkt „3 Erwärmer 17“

Dieser Punkt liegt direkt hinter dem Ohrläppchen unter dem Gehörgang und reguliert Funktionsstörungen des Ohres und der Kopfgelenke. Die Anwendung eignet sich besonders bei Schwindel, aber auch bei Tinnitus und Schwerhörigkeit.

3 Erwärmer 17

3 Erwärmer 17

 

8. Akupressurpunkt „Dickdarm 4“

Er befindet sich auf dem Muskelhügel zwischen Daumen und Zeigefinger. Die Stimulation des Punktes wirkt schmerzlindernd und reguliert Spannungen. Besonders eignet sich die Anwendung bei Hand-, Arm-, Ellbogen- und Schulterschmerzen sowie bei Gesichtsschmerzen und Reizungen der Nasen-/ Nebenhöhlenschleimhäute.

Dickdarm 4

Dickdarm 4

 

9. Akupressurpunkt „Yin Tang“

Der Punkt befindet sich zwischen den Augenbrauen und wirkt regulierend auf den Kopf im Stirn-Nasenbereich. Insofern eignet sich die Anwendung sehr gut bei Stirnkopfschmerzen, Nasennebenhöhlenreizung und Augenerkrankungen, aber auch bei Unruhe und Schlafstörungen.

Yin Tang

Yin Tang

 

10. Akupressurpunkt „Tai Yang“

Dieser Punkt befindet sich eine Daumenbreite entfernt zwischen Augenbrauenende und Augenwinkel in Richtung Ohr. Besonders wirksam ist die Anwendung bei Migräne, aber auch bei Augenerkrankungen. Akupressieren Sie diesen Punkt zu Beginn eines Migräneanfalls mit Pfefferminzöl, wenn Sie bei Migräne zu Hitzeempfindung im Kopfbereich neigen.

Tai Yang

Tai Yang

 

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